JÜDISCHE KULTURWOCHEN

 

Vortrag / Lesung / Musik

 

Donnerstag, 7. November 2019, 18:00 Uhr

 

Ein seltsamer Roman, mein Leben – Zu Werk und Biografie von Imre Kertész

 

Ort: Haus der Heimat, Stuttgart

 

 

 

Im Juli 1944 wurde Imre Kertész als 14-jähriger Junge wegen seiner jüdischen Abstammung über Auschwitz in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung im April 1945 kehrte er nach Budapest zurück. Die Erfahrung dieser Monate verarbeitete er später in seinem Erstlingswerk „Roman eines Schicksallosen“. Diesem Buch – erzählt aus der Perspektive eines staunenden, gelehrigen Jungen – gelingt eine Entmystifizierung der Schrecken dieser Lager; es wurde zu einem der wichtigsten Werke über den Holocaust. Erst 1975, nach jahrelanger Arbeit und mehrfacher Zurückweisung wegen seines vermeintlich anstößigen Inhalts, konnte der Roman in Ungarn erscheinen. Die erste Übersetzung ins Deutsche erfolgte nach der Wende 1990, die Neuübersetzung von Christina Viragh kam 1996. In den 90er Jahren wurde Imre Kertész auch mit seinen anderen Büchern bekannt: „Fiasko“, „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“, „Galeerentagebuch“ und „Ich – ein anderer“. 2002 erhielt er für sein Lebenswerk den Literaturnobelpreis.

 

Nachdem er ab 2001 überwiegend in Berlin gelebt hatte, kehrte Imre Kertész 2012 wegen seiner Krankheit nach Budapest zurück, wo er am 31. März 2016 verstarb.

 

 

 

Irene Ferchl stellt die Fragen des Autobiografischen und Allegorischen im „Roman eines Schicksallosen“ ins Zentrum ihres Vortrags. Barbara Stoll liest entsprechende Passagen, Katharina Wibmer und Frank Eisele sorgen für die musikalische Umrahmung.

 

Vortrag und Textauswahl: Irene Ferchl

 

Sprecherin: Barbara Stoll

 

Musik: Katharina Wibmer (Geige) und Frank Eisele (Akkordeon)

 

 

 

Eintritt frei, Anmeldung erwünscht: Ez az e-mail cím a spamrobotok elleni védelem alatt áll. Megtekintéséhez engedélyeznie kell a JavaScript használatát.

 

 

 

In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat Baden-Württemberg

 

Mit der freundlichen Unterstützung des Imre Kertész Instituts Budapest